Freitag, 19. September 2008
Nachhaltige Flachdachsanierung und Baustoffentsorgung bei laufendem Betrieb
Gladbeck / Kirchheim bei München – Selbst das robusteste Flachdach hat eine begrenzte Lebensdauer. So waren es auch Undichtigkeiten der alten Dachabdichtung und die damit zusammenhängende Durchfeuchtung der bestehenden Dämmung, die den Eigentümer einer Lagerhalle in Kirchheim bei München zu einer umfassenden Erneuerung der gesamten Dachfläche bewegten. Die Industriehalle mit einer Nutzfläche von knapp 28.000 Quadratmetern wurde 1978 erbaut und vor gut 20 Jahren letztmalig modernisiert. Die Entsorgung der alten Dämmung und Abdichtung sowie die Montage der neuen Konstruktion erfolgten bei uneingeschränkt laufendem Betrieb, so dass die beiden Mieter der Lagerhalle – ein Versandunternehmen und ein Handelshaus mit Fabrikverkauf – keinerlei Einschränkungen in ihrer Geschäftstätigkeit zu verzeichnen hatten.
Von der Haltbarkeit und den Leistungswerten des bisherigen Dachaufbaus überzeugt, entschied sich der Bauherr gemeinsam mit den planenden Archi-tekten der Projektbau GmbH sowie der ausführenden Firma JNS Dachtechnik GmbH erneut für die bewährte Kombination aus einer nichtbrennbaren Steinwolle-Dämmung und einer – bei einer Dachfläche von 28.000 m² mit Trapezblech eher vergleichsweise selten anzutreffenden – ganzflächigen Bitumenabdichtung mit Kiesauflast. Um den gestiegenen Anforderungen der EnEV gerecht zu werden, sollten anstelle der bisher 50 mm zukünftig 140 mm Steinwolle das Gebäude vor teuren Energieverlusten schützen. Doch zunächst galt es, den alten Dachaufbau zu demontieren und die darunter liegenden Trapezprofile freizulegen. Rund 1.300 m³ Altdämmung sowie die alte Bitumenabdichtung und weitere Baumischabfälle, so die Berechnungen des für die Sanierung verantwortlichen Unternehmens, waren dabei zu entsorgen.
Alexander Neureither, Dachdeckermeister und Geschäftsführer der JNS Dachtechnik GmbH aus Feldkirchen, erinnert sich: „Gemäß Auftrag und eigenem Interesse sowie unserer Zugehörigkeit zum Umweltpakt Bayern waren wir unter anderem für die ökologisch korrekte Entsorgung der Altbaustoffe verantwortlich. Die Einhaltung der vorgeschriebenen Umweltvorschriften sollte zudem durch ein externes Beratungsunternehmen überwacht und sichergestellt werden. Dass wir sämtliche Entsorgungsvorschriften sogar übererfüllten, war ein angenehmer Nebeneffekt des speziellen Abfallrücknahme-Services unseres Dämmstofflieferanten Rockwool.“
Teamwork bei Demontage und Verlegung
Im Idealfall sei man mit rund 25 Mitarbeitern auf der Baustelle im Einsatz gewesen, berichtet Geschäftsführer Alexander Neureither. Dabei beschäf-tigte sich ein Team bereits im Morgengrauen mit der Demontage der alten Abdichtung und den insgesamt circa 210 Tonnen Altdämmstoff. „An schönen Wettertagen haben wir auf diese Weise rund 1.200 m² Dachfläche pro Tag geschafft. Um die freigelegten Trapezprofile vor Witterungseinflüssen zu schützen, haben wir unmittelbar nach der Demontage mit der Verlegung des neuen Dachaufbaus – bestehend aus einer selbstklebenden Dampfsperre, der Steinwolle-Dämmung ,Durock’ und einer lose verlegten, zweilagigen Bitumenschweißbahn sowie den Lichtkuppeln, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen und Dachdurchdringungen – begonnen. In einem weiteren Arbeitsschritt folgte die Schüttung und Verteilung der Kiesauflast.“
Baustellenlogistik als Schlüsselfrage
Von entscheidender Bedeutung für den Baufortschritt war bei den witte-rungsbedingten knappen Zeitfenstern die Frage der Abfallbeseitigung. Nur wenn sich die Altdämmstoffe und der anfallende Verschnitt aus der Neuver-legung zeitnah entsorgen ließen, war schnelles und vor allem (wetter-)flexibles Arbeiten möglich. Die JNS Dachtechnik GmbH setzte dabei auf den Abfallrücknahme-Service von Rockwool. „Wir hatten immer zwei bis vier 40-m³-Muldencontainer mit Deckel für den alten, durchfeuchteten Dämmstoff und für den anfallenden Verschnitt vor der Halle stehen sowie weitere für sonstige Baumischabfälle wie beispielsweise Verpackungsfolie und Papier, deren Entsorgung über Interseroh stattfand“, berichtet Alexander Neureither. „Für die Entsorgung der alten Steinwolle-Dämmung hat uns Rockwool den neuen Abfallrücknahme-Service angeboten, immerhin galt es, ein Volumen von circa 1.300 m³ zu entsorgen. Vor Baubeginn haben wir mit unseren Ansprechpartnern im Unternehmen vereinbart, dass die zu entsorgende Mineralfaserdämmung direkt und ohne zusätzliche Verpackung in verschließbare, mit Deckeln ausgerüstete Muldencontainer geladen werden konnte. Eine Spedition aus dem Münchner Raum kam dann etwa im Zweitagesrhythmus zur Baustelle und transportierte den Container mit den Steinwolleabfällen direkt in das knapp 90 km entfernte Rockwool Werk in Neuburg an der Donau zum Recycling. Dort wurde der Mineralwolleabfall wieder aufbereitet und für die Herstellung neuer Steinwolle wiederverwertet. So konnte teurer Deponieplatz gespart werden. Die Mischabfälle wurden natürlich vorschriftsmäßig auf eine nahegelegene Deponie gebracht bzw. die Verpackungen über Interseroh entsorgt“.
Ein Entsorgungskonzept, das vor allem auf Nachhaltigkeit setzt und so auch den Bauherrn überzeugte. „Unser Auftraggeber wusste zunächst gar nichts von unserer Vereinbarung mit Rockwool und ging davon aus, dass wir die Baustoffe standardmäßig deponieren. Erst während der Prüfung der Bauleitung Projektbau GmbH, München, und durch das unabhängige Schadstoffprüfungsbüro Förs + Hamann, München, offenbarten sich für alle Baubeteiligten die Vorteile des durch die JNS Dachtechnik GmbH und Rockwool geplanten Recyclingprogramms: Umwelt und Rohstoffe werden nachhaltig geschont, der Abtransport lässt sich reibungslos in die sonstige Baustellenlogistik integrieren und statt mit schwankenden Deponiegebühren konnten wir unser Angebot auf Basis einer festen und klaren Kostengrundlage kalkulieren.“
„Bautafel“
Bauherr: G5 Logistics S.a.r.l & Co. KG, Luxemburg
Planung und Bauüberwachung: Projektbau GmbH, München
Projektsteuerung: Drees & Sommer, Frankfurt am Main
Flachdach: JNS Dachtechnik GmbH, Feldkirchen bei Westerham / Bayern
Entsorgung Mineralwolle, Dämmung und Technische Beratung:
Deutsche Rockwool Mineralwoll GmbH & Co. OHG, Gladbeck
Ein Entsorgungsproblem weniger
Am 1. Juni 2005 liefen die Übergangsfristen der seit 2001 geltenden Abfall-ablagerungsverordnung ab. Dies hat zu einer drastischen Erhöhung der Ent-sorgungskosten für Bauabfälle auf Deponien geführt. Ziel des Gesetzgebers ist es so höhere Anreize dafür zu schaffen, immer mehr Produkte in einen sinnvollen Recycling-Kreislauf einzugliedern. Die Deutsche Rockwool startete zur BAU 2007 mit einem bundesweiten Abfallrücknahme-Service für sortenreine Steinwolleabfälle, die bei der Dämmung oder Sanierung von Flachdächern anfallen, – ein Modell mit Vorbildcharakter für die gesamte Branche und vielen Vorteilen für den Verarbeiter. In Zeiten, in denen die Deponien für die Annahme und Lagerung mittlerweile zwischen 100 und 300 Euro pro Tonne Steinwolleabfall oder noch mehr verlangen oder die Annahme manchmal sogar ganz verweigern, setzt der Verarbeiter mit dem Einstieg in das Recycling-Programm der Deutschen Rockwool ganz auf Sicherheit.
Aus Sicht der Deutschen Rockwool leistet der neue Service auch eine Menge für das gute Image des Verarbeiters: „Kommunen ebenso wie viele private Bauherren würdigen heute ganz bewusst die ökologischen Leistungen von Handwerkern und Bauunternehmern. Sie sollten deshalb ruhig ganz offensiv schon in der Angebotsphase darauf hinweisen, dass Rockwool Steinwolleabfälle zu 100 Prozent wieder verwertet werden können und so die Umwelt entlastet wird. Gemeinsam mit Rockwool können sie so aktiv zu einer nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung von Umwelt und Wirtschaft beitragen“, so der verantwortliche Produktmanager Andreas Gebing.
| Deutsche Rockwool - Dämmstofflösungen aus Steinwolle für nachhaltiges Bauen |
DEUTSCHE ROCKWOOL
MINERALWOLL GMBH & CO. OHG
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Undichtigkeiten der alten Dachabdichtung haben über die Jahre zu einer Durchfeuchtung der Steinwolle-Dämmung geführt. Eine optimale Dämmleistung war so nicht mehr sichergestellt.

Bei guten Witterungsverhältnissen demontierten die Mitarbeiter der JNS Dachtechnik GmbH rund 1.200 m² Dachfläche pro Tag. Insgesamt fielen so circa 210 Tonnen Altdämmstoff zur Entsorgung an.

Nach der Demontage wurden die Trapezprofile gesäubert


Direkt vor der Halle: Container für die alte Mineralwolle und Verschnitt sowie ein separater Container für Baumischabfälle warten auf ihren Abtransport ins nahegelegene Rockwool Werk Neuburg bzw. zur Deponie

Unmittelbar nach der Demontage des alten Dachaufbaus folgte der neue: Auf die Trapezprofile wurde eine selbstklebende Alu-Dampfsperre, 140 mm dicke „Durock“ Steinwolleplatten und eine zweilagige Bitumenabdichtung verlegt.

Die Kiesauflast sorgt unter anderem für eine zuverlässige Windsogbeschwerung und verzögert bzw. reduziert die abzuführenden Regenwassermengen
Datum: 19.09.2008
Fotos: Alexander Neureither
