Was leistet eine Schalldämmung?

Schallschutz ist bei Gebäuden aller Art ein wichtiges Thema, damit wir in Ruhe entspannen, lernen oder arbeiten können. Normen wie die DIN 4109 und weitere Richtlinien regeln die Schalldämmung in Deutschland.

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Zuhause wollen wir uns wohlfühlen und zur Ruhe kommen. Und auch in der Schule, der Universität oder im Büro stört Lärm die Konzentration und macht uns weniger leistungsfähig. Im Extremfall kann Lärm sogar krank machen. Da menschliches Leben aber nicht immer leise ist – und auch nicht sein kann – spielt Schallschutz eine wichtige Rolle bei der Planung und Ausführung von Gebäuden. Neben anderen Maßnahmen sorgt eine gute Schalldämmung dafür, dass Schall bzw. Lärm daran gehindert wird, in benachbarte Räume, von außen in Innenräume oder aus dem Inneren eines Gebäudes nach außen zu dringen.

Um zu definieren, was baulicher Schallschutz leisten sollte, gibt es sowohl gesetzliche Vorgaben, die im Rahmen der DIN 4109 geregelt sind, als auch Vorgaben vom VDI (Verband Deutscher Ingenieure) und der DEGA (Deutsche Gesellschaft für Akustik e. V.).

DIN 4109 – gesetzliche Mindestanforderungen

Gemäß DIN 4109 muss ein Bauwerk so entworfen und ausgeführt sein, dass der von den Bewohnern oder von in der Nähe befindlichen Personen wahrgenommene Schall auf einem Pegel gehalten wird, der nicht gesundheitsgefährdend ist und bei dem zufriedenstellende Nachtruhe-, Freizeit- und Arbeitsbedingungen sichergestellt sind.

Schallschutz hat hier vor allem die folgenden Ziele:

  • Gesundheitsschutz
  • Vertraulichkeit bei normaler Sprechweise
  • Schutz vor unzumutbaren Belästigungen

In der DIN 4109-1 sind nur die Mindestanforderungen festgelegt. Teil 4 der DIN 4109, der den erhöhten Schallschutz regeln soll, ist noch in der Entwurfsphase. Neben der DIN gibt es aber weitere Richtlinien, die Anforderungen an den erhöhten Schallschutz stellen.

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VDI 4100 – Vorschläge für erhöhten Schallschutz

Die VDI-Richtlinie 4100 Schallschutz im Hochbau – Wohnungen – Beurteilung und Vorschläge für erhöhten Schallschutz (Oktober 2012) weist darauf hin, dass sich die Beteiligten schon bei der Planung bzw. Entscheidung über die Höhe des gewünschten baulichen Schallschutzes bewusst sein sollten, wie wichtig diese Anforderung an eine Wohnung für das tägliche Leben ist. Eine Wohnung sollte die Privatsphäre der Menschen schützen, Individualität und persönliche Entfaltung zulassen und dabei die Pflege einer guten Nachbarschaft ermöglichen.

Die VDI 4100 unterscheidet in drei Schallschutzstufen (SSt):

SSt 1 beschreibt Wohnungen mit geringem Grundgeräuschpegel. Belästigungen in benachbarten Wohnräumen werden auf ein erträgliches Maß reduziert. Die Anforderungen liegen teilweise über denen der DIN 4109. Beispiel: Laute Gespräche aus Nachbarwohnungen sind kaum zu verstehen.

SSt 2 beschreibt Wohnungen, die auch bezüglich ihrer sonstigen Ausführung und Ausstattung durchschnittlichen Komfortansprüchen genügen. Die Bewohner können im Normalfall Ruhe finden und Vertraulichkeit ist gegeben, ohne dass andere ihr Verhalten einschränken müssen. Beispiel: Laute Gespräche aus Nachbarwohnungen sind in der Regel wahrzunehmen, aber nicht zu verstehen.

SSt 3 beschreibt Wohnungen, die besonderen Komfortansprüchen genügen. Es herrscht ein hohes Maß an Ruhe, Geräusche von außerhalb sind kaum wahrnehmbar. Der Schutz der Privatsphäre ist auch bei lauter Sprache weitestgehend gegeben. Beispiel: Störgeräusche wie zum Beispiel laute Musik sind kaum hörbar.

Vereinbarungen gemäß VDI Richtlinie können nur privatrechtlich zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer vereinbart werden. Wichtig ist, dass die Maßnahmen bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden.

Schallschutzklassen – DEGA Empfehlung 103

Speziell für den Trittschallschutz gibt es von der DEGA die Empfehlung 103 für erhöhten Trittschallschutz. Die Einteilung in sieben Schallschutzklassen ermöglicht die genauere Einstufung der schalltechnischen Qualität von Wohneinheiten. Es handelt sich hierbei allerdings nicht um einen Ersatz für den baurechtlich geforderten Schallschutznachweis gemäß DIN 4109.

Details zur Empfehlung 103 finden Sie auf der Internetseite der DEGA.

Schalldämmung aus Steinwolle – idealer Schallschutz

Steinwolle eignet sich durch ihre offene Faserstruktur ideal als Schalldämmung.

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