Was sagt die EnEV zur Dämmung von Heizungs- und Warmwasserleitungen?

HVAC, germany

Zur Begrenzung der Wärmeverluste von Heizungs- und Warmwasserrohrleitungen schreibt die EnEV als gesetzliche Grundlage eine Dämmung des Heizungs- bzw. Warmwassersystems vor. Die Dämmdicken werden in Abhängigkeit vom Rohrdurchmesser vorgegeben.

Es dürfen nur Dämmstoffe zum Einsatz kommen, die einen amtlich anerkannten Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit bei 40 °C von 0,035 W/(m•K) aufweisen. Werden Dämmstoffe mit schlechteren Dämmeigenschaften eingesetzt, müssen die Dämmstoffdicken entsprechend größer dimensioniert werden.

Wärmeschutz nach der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014)

Die EnEV gibt Mindestanforderungen für die Dämmdicke von Rohrleitungen und Armaturen vor. Den Regelfall stellt die sogenannte 100%-Dämmung dar. Das heißt alle warmgehenden Rohrleitungen wie Heizungsleitungen (HZ), Trinkwasser warm (PWH) und Trinkwasser Zirkulation (PWH-C) sind mit einer Dämmstärke zu ummanteln, die mindestens dem Innendurchmesser der Rohrleitung entspricht. Dies gilt bei Verwendung von Dämmstoffen mit einer Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,035 W/(m•K). Beim Einsatz von Dämmstoffen mit höherer Wärmeleitfähigkeit sind die Dämmstärken anzupassen.

Für einige Einbausituationen werden Ausnahmen beschrieben. Diese können zu geringeren Dämmstärken (50%) oder zu höheren Dämmstärken (200%) führen. Zusätzlich werden Anforderungen für Kälteverteilungs- und Kaltwasserleitungen von Raumlufttechnik- und Klimakältesystemen genannt.

Beispiele für die richtige Umsetzung der EnEV-Anforderungen

Die nachfolgenden Tabellen zeigen praxisrelevante Beispiele für die richtige Umsetzung der EnEV-Anforderungen 2014 nach Anlage 5 (zu § 10 Abs.2 und § 14 Abs. 4), Tabelle 1.

RohrleitungenDämmstärke
 Heizung1)Trinkwasser warm
in unbeheizten Räumen
und Kellerräumen
 100% 100%
in Außenbauteilen
(Wände, Decken..)
in Bauteilen zwischen einem
unbeheizten und beheiztem Raum
in Schächten und Kanälen
Verteilleitungen zur Versorgung 
mehrerer, unterschiedlicher Nutzer
im Fußboden verlegte Leitungen
gegen Erdreich 
in Wand- und Deckendurchbrüchen
(Abschottungsbereich)
50%     50%     
im Kreuzungsbereich von Leitungen
an Leitungsverteilern
an zentralen Leitungsverteilern
Armaturen

in Bauteilen zwischen beheizten Räumen verschiedener Nutzer

 50% 50%
im Fußbodenaufbau
(auf der Rohdecke, unter Estrich)
 6mm 100%
in beheizten Räumen eines
Nutzers (und absperrbar1))
keine 
Anforderung  
100%  

in Bauteilen zwischen beheizten
Räumen eines Nutzers (und absperrbar1))

Stichleitungen bis zu einem Wasserinhalt
von 3 Litern, die weder in den
Zirkulationskreislauf einbezogen noch mit elektrischer Begleitheizung ausgestattet sind
und sich in beheizten Räumen befinden. 
 keine Anforderung 
an Außenluft angrenzend 200%200%

Die entsprechenden Abschnitte der EnEV im Originaltext finden Sie hier.