Was sagt die EnEV/GEG zur Dämmung von Heizungs- und Warmwasserleitungen?

HVAC, germany

Zur Begrenzung der Wärmeverluste von Heizungs- und Warmwasserrohrleitungen schreibt die die Energieeinsparverordnung "EnEV" (ab dem 01.11.2020 das Gebäudeenergiegesetz "GEG") als gesetzliche Grundlage eine Dämmung des Heizungs- bzw. Warmwassersystems vor. Die Dämmdicken werden in Abhängigkeit vom Rohrdurchmesser vorgegeben.

Es dürfen nur Dämmstoffe zum Einsatz kommen, die einen amtlich anerkannten Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit bei 40 °C von 0,035 W/(m•K) aufweisen. Werden Dämmstoffe mit schlechteren Dämmeigenschaften eingesetzt, müssen die Dämmstoffdicken entsprechend größer dimensioniert werden.

Wärmeschutz nach EnEV/GEG

Die EnEV gibt Mindestanforderungen für die Dämmdicke von Rohrleitungen und Armaturen vor. Den Regelfall stellt die sogenannte 100%-Dämmung dar. Das heißt alle warmgehenden Rohrleitungen wie Heizungsleitungen (HZ), Trinkwasser warm (PWH) und Trinkwasser Zirkulation (PWH-C) sind mit einer Dämmstärke zu ummanteln, die mindestens dem Innendurchmesser der Rohrleitung entspricht. Dies gilt bei Verwendung von Dämmstoffen mit einer Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,035 W/(m•K). Beim Einsatz von Dämmstoffen mit höherer Wärmeleitfähigkeit sind die Dämmstärken anzupassen.

Für einige Einbausituationen werden Ausnahmen beschrieben. Diese können zu geringeren Dämmstärken (50%) oder zu höheren Dämmstärken (200%) führen. Zusätzlich werden Anforderungen für Kälteverteilungs- und Kaltwasserleitungen von Raumlufttechnik- und Klimakältesystemen genannt.

Beispiele für die richtige Umsetzung der EnEV/GEG-Anforderungen

Die nachfolgenden Tabellen zeigen praxisrelevante Beispiele für die richtige Umsetzung der EnEV-Anforderungen nach Anlage 5 (zu § 10 Abs.2 und § 14 Abs. 4), Tabelle 1, bzw. GEG-Anforderungen nach Anlage 8 (zu den §§ 69, 70 und 71 Abs. 1).

RohrleitungenDämmstärke
 Heizung1)Trinkwasser warm
in unbeheizten Räumen
und Kellerräumen
 100% 100%
in Außenbauteilen
(Wände, Decken..)
in Bauteilen zwischen einem
unbeheizten und beheiztem Raum
in Schächten und Kanälen
Verteilleitungen zur Versorgung 
mehrerer, unterschiedlicher Nutzer
im Fußboden verlegte Leitungen
gegen Erdreich 
in Wand- und Deckendurchbrüchen
(Abschottungsbereich)
50%     50%     
im Kreuzungsbereich von Leitungen
an Leitungsverteilern
an zentralen Leitungsverteilern
Armaturen

in Bauteilen zwischen beheizten Räumen verschiedener Nutzer

 50% 50%
im Fußbodenaufbau
(auf der Rohdecke, unter Estrich)
 6mm 100%
in beheizten Räumen eines
Nutzers (und absperrbar1))
keine 
Anforderung  
100%  

in Bauteilen zwischen beheizten
Räumen eines Nutzers (und absperrbar1))

Stichleitungen bis zu einem Wasserinhalt
von 3 Litern, die weder in den
Zirkulationskreislauf einbezogen noch mit elektrischer Begleitheizung ausgestattet sind
und sich in beheizten Räumen befinden. 
 keine Anforderung 
an Außenluft angrenzend 200%200%

Die entsprechenden Abschnitte im Originaltext finden Sie nachfolgend:

Energieeinsparverordung       Gebäudeenergiegesetz

 

Weitere Informationen