Warum müssen Trinkwasserleitungen gedämmt werden?

Die Dämmung von Trinkwasserrohren hat vielfältige Aufgaben.

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Sie ist in erster Linie aus hygienischen Gründen erforderlich, um das (kalte) Trinkwasser vor der Erwärmung durch benachbarte warmgehende Rohrleitungen zu schützen und somit eine Verkeimung zu vermeiden. Des Weiteren sollen die Bildung von Tauwasser sowie die Übertragung von Schall verhindert werden. Die Schalldämmung von Trinkwasserrohren ist erforderlich, da Armaturengeräusche durch das Öffnen und Schließen über die Rohrleitung übertragen werden.

Dämmung von Trinkwasserleitungen kalt
(DIN 1988-200:2012-05)

Die Dämmung von Trinkwasserleitungen kalt ist notwendig, um eine Tauwasserbildung auf der Rohrleitungsoberfläche zu vermeiden und das Trinkwasser vor Erwärmung bei erhöhten Umgebungstemperaturen zu schützen.

 Bei üblichen Betriebsbedingungen und Rohrleitungsführungen im Wohnungsbau gelten die Werte für die Mindestdämmschichtdicken nach Tabelle 8 der DIN 1988-200 als Richtwerte. Bei längeren Stagnationszeiten kann auch eine Dämmung allein keinen dauerhaften Schutz vor Erwärmung bieten.

 Bei Anforderungen an den Tauwasserschutz ist dabei eine Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,040 W/(m•K) des Dämmstoffes zu berücksichtigen. Zum Schutz des Trinkwassers vor Erwärmung gelten die angegebenen Werte für Dämmstoffe mit einer Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,035 W/(m•K).

Anforderungen an die Dämmung von Trinkwasserleitungen warm der DIN 1988-200 entsprechen den Anforderungen der EnEV (Anlage 5, Tabelle 1).

Beispiele für die richtige Umsetzung der Anforderungen

Die nachfolgende Tabelle zeigt praxisrelevante Beispiele für die richtige Umsetzung der Anforderungen nach Tabelle 8 der DIN 1988-200:2012-05.

Trinkwasserleitungen kalt (PWC)Dämmstärke
Umgebungstemperatur ≤ 20°C 
in unbeheizten Räumen9 mm
Umgebungstemperatur ≤  25°C 
 in Schächten und Kanälen ohne warmgehende Rohrleitungen 13 mm    
 oberhalb von Unterdecken ohne warmgehende Rohrleitungen
 in Systemböden ohne warmgehende Rohrleitungen
 Stockwerksleitungen und Einzelzuleitungen im Fußbodenaufbau neben warmgehenden zirkulierenden Rohrleitungen
 Stockwerksleitungen und Einzelzuleitungen in VorwandinstallationenRohr-in-Rohr oder 4 mm  
 Stockwerksleitungen und Einzelzuleitungen im Fußbodenaufbau (auch neben nicht zirkulierenden Trinkwasserleitungen warm)
 Wärmelasten und Umgebungstemperaturen ≥ 25°C  
 in Schächten und Kanälen (neben warmgehenden Rohrleitungen)   100 %
 oberhalb von Unterdecken (neben warmgehenden Rohrleitungen)
 in Systemböden (neben warmgehenden Rohrleitungen)
 in Wand- und Deckendurchbrüchen (Abschottungsbereich)50 %    
 im Kreuzungsbereich von Leitungen an Leitungsverbindungsstellen
 an zentralen Leitungsverteilern
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