Steuerliche Förderung bei der Wärmedämmung

Bis zu 40.000 Euro Sanierungskosten von der Steuer absetzen!

Gute Nachrichten für Hauseigentümer: seit dem 1. Januar 2020 lassen sich Kosten für die energetische Sanierung in der Steuererklärung geltend machen. Und das völlig unbürokratisch: ohne vorherige Beantragung oder Anmeldung.

Geregelt ist die steuerliche Förderung (z. B. Dämmung) im Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht unter §35c EStG.

Welche Dämmmaßnahmen lassen sich steuerlich absetzen?

Gefördert werden Einzelmaßnahmen, die die Energieeffizienz des Hauses verbessern:

  • Wärmedämmung von Wänden
  • Wärmedämmung von Dachflächen
  • Wärmedämmung von Geschossdecken (z. B. Dachboden, Kellerdecke)
  • Erneuerung von Fenstern oder Außentüren
  • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage
  • Erneuerung der Heizungsanlage
  • Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung
  • Optimierung bestehender Heizungsanlagen.

Was bekomme ich von der Steuer zurück?

Über drei Jahre verteilt werden 20 %, max. jedoch 40.000 Euro der Sanierungskosten von der Steuer zurückerstattet. Die Förderung verteilt sich auf 3 Jahre. Im dem Jahr, in dem die Dämmung fertiggestellt wird, können 7 % der Investitionssumme (max. 14.000 Euro) von der Steuerschuld abgezogen werden. Im Folgejahr ebenfalls 7% und im dritten Jahr sind es dann 6 % der Kosten (max. 12.000 Euro), die Sie sich vom Finanzamt zurückholen können.

Beispielrechnung Steuererstattung Wärmedämmung (Kosten: 30.000 Euro)

 
 Steuerabzug in %Steuerersparnis in Euro
Jahr des Abschlusses der Sanierung: 20207 % von 30.000 Euro2.100 Euro
20217 % von 30.000 Euro2.100 Euro
20226 % von 30.000 Euro1.800 Euro
Gesamtersparnis* 6.000 Euro

*Zudem sind auch die Kosten für fachlich qualifizierte Energieberater, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zum Förderprogramm "Energieberatung für Wohngebäude zugelassen sind, zu 50 % steuerlich anrechenbar.

Berechnen Sie Ihre persönliche Steuererstattung mit dem Steuerersparnis-Rechner!

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Das Gebäude befindet sich in der EU oder dem Europäischen Wirtschaftsraum und wird vom Eigentümer selbst bewohnt.
  • Das Haus ist zu Beginn der Dämmmaßnahme mindestens zehn Jahre alt.
  • Die Sanierung wurde nach dem 31. Dezember 2019 begonnen und ist vor dem 1. Januar 2030 abgeschlossen. Beginn ist hier in der Regel der Start der Bauausführung. Ist zur Durchführung eine Baugenehmigung erforderlich, ist der Beginn der Zeitpunkt der Antragstellung. Ist eine Kenntnisgabe der zuständigen Behörde notwendig, gilt der Zeitpunkt des Eingangs der Kenntnisgabe als Anfangspunkt.
  • Die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) werden eingehalten.
  • Die Anforderungen an die Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) werden eingehalten:

Technische Mindestanforderungen

BauteilU-Wert Anforderung in W/(m²∙K)
 
DämmstoffdickeProdukt
Schrägdächer0,14

ca. 140 mm + 140 mm

Klemmrock Zwischensparrendämmung mit Masterrock
Aufsparrendämmung
ca. 240 mm +
40-60 mm

Klemmrock Zwischensparrendämmung
mit Formrock 035 
Untersparrendämmung

Flachdächer0,14ca. 280 mmGeorock 040 MV (Gefälledach) mit
Hardrock 040 (Grunddämmung)
Außenwände0,20ca. 160 mm

Coverrock II Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

ca. 200 mmFixrock 035
Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF)
ca. 200 mmFlexirock 035
Holzrahmenbau
Kerndämmung im zweischaligen MauerwerkWärmeleitfähigkeit λ <= 0,035 W/(m∙K)Dämmstoffdicke entspricht der Dicke des HohlraumsFillrock KD Plus
Einblasdämmung
Oberste Geschossdecke zu nicht ausgebauten Dachräumen0,14ca. 240 mmTegarock L oder Tegarock
Kellerdecken, Decken zu unbeheizten Räumen0,25ca. 120  mmPlanarock Top
  • Die Dämmung wurde von einem Fachunternehmen durchgeführt, das anschließend eine Fachunternehmererklärung ausstellt, in der die Einhaltung der oben genannten Voraussetzungen bestätigt wird.

  • Dem Eigentümer liegt eine bereits beglichene Rechnung in deutscher Sprache für die Sanierungsmaßnahme vor, die auch die Adresse des Gebäudes enthält.

Wie läuft das Verfahren ab?

Die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung wird als Teil der Einkommensteuererklärung beim Finanzamt geltend gemacht. Eine vorherige Antragstellung ist deshalb nicht erforderlich. 

Die Durchführung einer Maßnahme zur energetischen Gebäudesanierung muss eine Bescheinigung des Fachunternehmens oder ein Energieberater (eine Person mit Ausstellungsberechtigung nach § 21 Energieeinsparverordnung) bestätigen. Für die Bescheinigung ist ein amtliches Muster zu verwenden, das der Einkommenssteuererklärung beigefügt werden muss. Diese Musterbescheinigung wird derzeit durch das Bundesministerium der Finanzen vorbereitet.

WICHTIG: Die steuerliche Förderung lässt sich nicht mit der KfW-Förderung kombinieren!

Übersicht Steuerliche Förderung und KfW-Einzelmaßnahmen

 Steuerliche Förderung

KfW

Energieeffizient Sanieren
Investitionszuschuss (430) 

KfW

Energieeffizient Sanieren 
Kredit (152)

MaßnahmenEinzelmaßnahmenEinzelmaßnahmen und KomplettsanierungenEinzelmaßnahmen und Komplettsanierungen
VoraussetzungenDas Wohngebäude ist mindestens 10 Jahre alt.

Der Bauantrag wurde vor dem 01.02.2002 gestellt.

Der Bauantrag wurde vor dem 01.02.2002 gestellt.

Selbstgenutztes WohngebäudeSelbstgenutzte oder vermietete WohngebäudeSelbstgenutzte oder vermietete Wohngebäude
BedingungDie Maßnahmen werden von einem Fachunternehmen ausgeführt und nach Abschluss bescheinigt.Ein qualifizierter Energieberater wird vor Beginn der Wärmedämmmaßnahme beauftragt und unterstützt bei der Planung, Antragstellung und Durchführung.Ein qualifizierter Energieberater wird vor Beginn der Wärmedämmmaßnahme beauftragt und unterstützt bei der Planung, Antragstellung und Durchführung.
AntragstellungNach Fertigstellung der MaßnahmeVor MaßnahmenbeginnVor Maßnahmenbeginn
AuszahlungVerteilt über drei Jahre nach Durchführung der MaßnahmeNach Durchführung der Maßnahme(n)Vor der Maßnahme (Tilgungszuschüsse werden jedoch erst nach der durchgeführten Sanierung ausgeschüttet)
RückzahlungNeinNeinJa