Grundlagenwissen Bauschäden: Wie „bewegt“ sich Feuchtigkeit?

mould, humidity, moisture, water, photo, germany, construction damage

Bauschäden können entstehen, wenn Feuchtigkeit in die Konstruktion eindringt. Doch wie passiert das?

Die Begriffe Konvektion und Diffusion beschreiben zwei unterschiedliche Arten von Feuchtetransport, die in Gebäuden vorkommen können.

Konvektion:

Konvektion ist der Feuchtetransport durch Luftströmung und sollte vermieden werden, da sie Bauschäden verursachen kann.

Durch nicht fachgerecht angeschlossene luftdichte Ebenen, Durchdringungen oder Beschädigungen von Außenbauteilen kann Feuchtigkeit in die Konstruktion gelangen. Die Feuchtigkeit wandert mit dem Temperaturgefälle nach außen. Sinkt in den Außenbereichen in der kalten Jahreszeit die Temperatur, kann es zu Tauwasserausfall kommen. Mögliche Folgen: Schimmel und Bauschäden.

Vermeiden können Sie Konvektion durch eine funktionsfähige, richtig verarbeitete und geeignete luftdichte Ebene.

Diffusion:

Diffusion bezeichnet den Feuchtetransport durch Molekülwanderung. Auf diese Weise „wandert“ Feuchtigkeit durch fast jedes Material.

Es werden diffusionsoffene, diffusionshemmende und diffusionsdichte Materialien unterschieden. Während Metalle und Glas zu den diffusionsdichten Materialien gehören, kommen in Konstruktionen von Außenbauteilen – von den Fenster einmal abgesehen – hauptsächlich diffusionshemmende und diffusionsoffene Materialien zum Einsatz. Eine Grundregel (auch in den Normen) ist, dass die unten- bzw. innenliegende Bauteil-Schicht in der Regel sechsmal diffusionsdichter sein sollte als die außenliegende Schicht. Die Diffusionsdichtheit soll also von innen nach außen abnehmen.

Innen kommen somit Dampfbremsen zum Einsatz, die nur eine geringe Wasserdampfmenge in die Konstruktion lassen. Außen empfiehlt sich ein diffusionsoffener Aufbau, zum Beispiel im Schrägdach mit Steinwolle und speziellen Unterdeckbahnen. So kann eintretende Feuchtigkeit nach außen abgeleitet werden. Die Kenngröße für die Diffusionsfähigkeit eines Baustoffes ist die Wasserdampfdiffusions-äquivalente Luftschichtdicke, auch sd-Wert genannt. Der Wert gibt an, wie viel Wasserdampf das Material gegenüber einer vergleichbaren Luftschicht „absperren“ kann. Ein sd-Wert von 100 Metern bedeutet somit, dass das Material die gleiche Sperrwirkung wie eine 100 Meter dicke Luftschicht hat.

Kleine Fehler – große Bauschäden

Beim Feuchteschutz kann schon aus vermeintlich kleinen Fehlern, wie einem Loch in der luftdichten Ebene, ein großer Schaden entstehen. Zum Beispiel, wenn:

  • die luftdichte Ebene nicht richtig geplant oder ausgeführt wird
  • die Konstruktion keinen ausreichenden Wärmeschutz aufweist
  • Wasser von außen eintritt
  • zu feuchte Materialien verwendet werden

Meist werden organische Materialien wie Holz zuerst durch die Feuchtigkeit zerstört. Es lohnt sich also, dem Feuchteschutz und der luftdichten Ebene im Bauprozess seine Aufmerksamkeit zu schenken.

ROCKWOOL bietet mit dem RockTect Luftdichtsystem für die Innen- und Außenanwendung ein System aufeinander angestimmter Komponenten für die Erstellung der luftdichten Ebene an.

Blower-Door-Test bringt Sicherheit

Ob die luftdichte Ebene fehlerfrei ausgeführt wurde, lässt sich mit dem sogenannten Blower-Door-Test überprüfen. Hierbei wird die Haustür oder Dachluke durch eine Art Tür mit einem starken Ventilator – die Blower-Door – ersetzt.

Der Ventilator pumpt entweder so viel Luft in das Gebäude, dass ein Überdruck entsteht oder er zieht Luft aus dem Gebäude, so dass es zu einem Unterdruck kommt. Eine nun folgende Druckmessung zeigt, wie luftdicht die Gebäudehülle ist.