Feuchtigkeit im Haus: Wie kommt es dazu?

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Wasser kennen wir typischerweise in flüssiger Form, also zum Beispiel als Regen oder Tauwasser. In der Luft hingegen tritt Wasser im gasförmigen Zustand auf – als Wasserdampf.

Wasserdampf wird bei vielen Tätigkeiten im Haushalt erzeugt und in die Raumluft abgegeben. Neben Duschen, Waschen und Kochen, gehören auch Atmen oder Schwitzen dazu. Mehrere Liter Feuchtigkeit entstehen so pro Tag.

Luft kann Wasserdampf je nach Lufttemperatur in unterschiedlicher Menge aufnehmen. Dabei gilt: je wärmer die Luft, desto mehr Wasserdampf kann diese aufnehmen.

Zur Angabe des Wasserdampfgehaltes – oder des gasförmigen Wassergehalts der Luft – gibt es zwei Bezugsgrößen: Die absolute Luftfeuchte und die relative Luftfeuchte.

Die absolute Luftfeuchte ist die absolute Wasserdampfmenge in Gramm (g) pro Kubikmeter (m³) Luft.

Die relative Luftfeuchtigkeit drückt aus, wie stark die Luft mit Wasserdampf angereichert ist. Die Angabe erfolgt in Prozent. Die relative Luftfeuchte wird mit Hilfe eines Hygrometers, also eines Messinstruments zur Bestimmung der Luftfeuchtigkeit, ermittelt. Die relative Luftfeuchte bezieht sich immer auf eine bestimmte Lufttemperatur und muss immer in Verbindung mit dieser betrachtet werden.

Beispiel: 20 °C warme Luft kann maximal 17,3 (aufgerundet 18) g/m³ Wasserdampf aufnehmen. Bei 18 g/m³ Wasserdampf in 20 °C warmer Luft wäre somit die relative Luftfeuchtigkeit 100%. 

Bei 9 g/m³ Wasserdampf in 20 °C warmer Luft, läge die relative Luftfeuchte nur noch bei 50%. Das gängige Raumklima liegt in etwa in diesem Bereich und wird als angenehm empfunden (20-22 °C und 50-60% relative Luftfeuchte).

Wie kommt es zu Feuchtigkeit im Haus?

Wenn nun die Temperatur von 20 °C auf 10 °C reduziert werden würde, ohne dabei die Luft auszutauschen (zum Beispiel durch Lüftung), wäre die absolute Luftfeuchte immer noch 9 g/m³, die relative Luftfeuchte würde aber auf 100% ansteigen. Die Luft kann dann das Wasser nicht mehr „halten“ und es tritt wieder in flüssiger Form auf. Man spricht davon, dass Tauwasser ausfällt. Dieses Phänomen kennen Sie vielleicht von (alten) Fenstern. Kühlt warme Raumluft an diesen stark ab, wird der Wasserdampf zu Wasser, das dann an den Scheiben hinab läuft.

Als Faustregel, um Tauwasserausfall und somit Feuchtigkeit im Haus zu vermeiden, muss die innere Oberflächentemperatur der Außenbauteile (bzw. die Lufttemperatur, die im direkten Kontakt mit der Oberfläche steht) über ca. 10 °C liegen, ausgehend vom Normklima 20 °C und 60% relative Luftfeuchte.

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Zur Grafik: Je höher die Lufttemperatur, desto mehr Wasserdampf kann die Luft aufnehmen. Die Grafik zeigt drei Beispiele für den maximal möglichen Wasserdampfgehalt bei der jeweiligen Temperatur. Das entspricht einer relativen Luftfeuchte von jeweils 100%.